| 17.11.2001 - Ushuaia - meeting point am Ende der Welt | |
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"Verzeiht", sagte er, "wenn ich einiges mitangehoert habe, doch ich glaube, dass
ihr mich fuer untauglich haltet! Ich werde es Euch zeigen! Selbst wenn ich bis
ans Ende der Welt gehen und mit den Lindwuermern in der letzten Wueste
kaempfen muesste..." (Zitat aus "Der kleine Hobbit" von J.R.R.Tolkien, wahrscheinlich nicht ganz richtig) ....und dort bin ich jetzt, am Ende der Welt, wie sich Ushuaia selber nennt und einen Handstand habe ich auch schon gemacht! Aber kaempfen musste ich noch nicht, aber eins nach dem anderen, zuerst berichte ich von der Reise! Zum Beispiel, das wir Karten gespielt haben, und die Argentinos die Karten einfach nicht verstehen, da sie hier Espada, Basto, Copa und Oro haben und nicht Kreuz, Pik, Herz und Karo und sich deswegen ueber Eure Karten kaputt gelacht haben. Und jedes Foto wurde natuerlich genau betrachtet und ueber die schoensten Frauen wollten sie alles wissen.
Ich liebe Ushuaia, es ist mit Abstand die tollste Stadt, die ich bisher
kennengelernt habe. Stellt Euch vor, ihr fahrt stundenlang durch die Ebene
Patagoniens, dann erheben sich erst ein paar Huegel, die sich spaeter in die
schneebedeckten Berge des letzten Auslaeufers der Cordilleren verwandeln und ihr
ueberquert das Gebirge und blickt dann auf eine Bucht, in der sich eine kleine bunte
Stadt befindet. Es ist wirklich fantastisch; um Ushuaia herum sind Berge mit
weissen Schneekuppen und nur auf der suedoestlichen Seite ist das Meer und alles
ist unbeschreiblich schoen. Dann finden wir endlich ein Hotel, das sehr billig ist und die Seņora erklaert uns, dass wir uns das Zimmer mit einem Israeli teilen muessen, ein ruhiger und freundlicher Bursche - und wer taucht 15 Min. spaeter auf? Daniel, der Israeli, den ich schon in Puerto Madryn kennengelernt habe und den wir in Caleta Olivia und Fitz Roy getroffen haben. Und damit ihr merkt dass die Welt wirklich klein ist, taucht dann abends auch noch Diego auf, Diego aus Ecuador und Diego kennt Hiro aus Japan und Hiro kennt Liu aus China und Liu kennt Roberto und Roberto habe ich in Buenos Aires nach dem Weg zum Zoo gefragt! Ich kann Euch sagen,die letzten Tage habe ich diese Stadt genossen, Fiestas gefeiert und nur nette und tolle Leute kennengelernt. So wohnen wir jetzt alle in der Casa Hilda, wir, das bedeutet Mariano, Eduardo, Coco (meine Reisegefaehrten aus Buenos Aires), Daniel(aus Haifa), Hiro und Liu, Ruth(auch aus Israel), Francesco(aus Paraguay) und ich selbst aus Neuss! Und wir verstaendigen uns in Castellano, Englisch, Japanisch, Chinesisch und Hebraeisch und Deutsch,lachen ueber unsere Sitten und Sprachprobleme und lernen jeder die Sprache der anderen. Hilda, unsere Gastwirtin bewirtet uns wie ihre eigenen Kinder und sie ist wirklich verrueckt. Gestern fragten wir sie nach dem Weg zu irgendeinem schoenen Aussichtspunkt und sie brachte uns ein selbstgemaltes Bild und erklaerte uns daran den Weg. Auf dem Bild konnte man natuerlich nichts erkennen, ausser einem Flugzeug, einem Hasen und einem Estanciero (aber sie erklaerte uns, dass sie das Bild vor 20 Jahren gemalt habe und sowohl Flugzeug, Hase als auch Estanciero nicht mehr da seien). Ich kann Euch sagen,dass es mir wirklich schon schwer faellt, deutsch zu schreiben,ich habe wirklich gerade soviel Englisch, Castellano und Hebraeisch im Kopf, dass es mir einfacher fallen wuerde in diesen Sprachen oder in einem Mix aus allen zu schreiben. Diego ist gestern nach Santiago de Chile geflogen, Dani reist heute mit einem Schiff zur Antarktis (... bin ich neidisch) und ich werde wohl Montag schon weiterreisen, Richtung Chile mit Eduardo, Mariano, Coco und Ruth, vielleicht schliesst sich auch Liu an. Aber wer weiss, ich haette auch andere verlockende Angebote, da (ein TIP fuer meinen Vater!!!!) am 1.Dezember jeden Jahres hier viele russische Schiffe anlegen, auf denen man arbeiten kann und so umsonst zur Antarktis kommen kann. Auch fahren Schiffe nach Japan und Sila, (eine Ushuaiarin(???)) meinte, dass ich durchaus in der Touristenbranche arbeiten koennte. Hmm,mal sehen,denn eigentlich packt mich schon wieder das Reisefieber und es ist ein langer Weg ueber Chile, Peru, Ecuador, Bolivien und Paraguay nach Brasilien,wo ich gerne im Februar den Carneval erleben wuerde. Das ist so mein vorlaeufiger Reiseplan, aber ihr wisst, nichts ist sicher auf so einer Reise. ihr seht, ich liebe diese Stadt, ich geniesse hier alles. Ich rate wirklich jedem, mal hierhin zu kommen, es ist wunderwunderwunderschoen!! |
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