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07.01.2002 Bonito - Campo Grande - Paranagua / SE Brasilien Busfahren und Kino "Herr der Ringe" |
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Hallo, und nochmal ein frohes, Neues Jahr! In der letzten Woche bin ich wieder mal ein gutes Stueck meines Weges vorangekommen, ich bin von der Grenze Boliviens bis an die Atlantikkueste gekommen (fuer die Kartengucker: Bonito-Campo Grande-Londrina-Curitiba-Paranagua-Punta do Sol- Illha do Mel-Paranagua). In Bonito sind wir so schlecht behandelt worden (unfreundliche Youthhostelbesitzer, Wucherpreise und Abzockerei,) dass wir (Enav, Arie und Dror -natuerlich alle aus Israel!) beschlossen, doch nach Curitiba zu fahren und uns die Hauptstadt Paranas anzuschauen. Ruth wollte lieber direkt nach Rio, so sagten wir uns nach langer Reisezeit nun endlich La-i-trioth (Good Bye) und gingen getrennter Wege. Unser erster Halt fuehrte uns mal wieder nach Campo Grande und wieder schlief ich im selben (weil billigsten) Youthhostel. Und auch hier waren die Leute wieder unfreundlich und gar nicht nett und wollten mehr Geld als vereinbart, deshalb schlug ich sie mit Ihren eigenen Waffen, ich redete solange mit dem ahnungslosen Portier, bis er mir glaubte, ich sei ein persoenlicher Freund seines Chefs, zahlte nur den halben Preis und nichts fuer's Internet und vergass obendrein noch die Zimmerschluessel abzugeben! Okay, in Bonito hatten uns die Busgesellschaften versichert, wir wuerden sofort einen Anschlussbus nach Curitiba bekommen, was dann natuerlich nicht klappte (und mein Vater sprach die Wahrheit, als er mir vor meiner Reise sagte, die meistgehoerten Worte in Suedamerika sind manjana und no se, ich muss aber noch boludo (Dummkopf in freier Uebersetzung) und Corazon (Herz) hinzufuegen. In C.G. versicherte uns der Senhor der Busgesellschaft wir koennten nach Londrina fahren und von dort direkt den Anschlussbus nach Curitiba bekommen, also auf nach Londrina. Um 6:00 morgens waren wir dann dort, der naechste Bus nach Curitiba fuhr um 17:30 Uhr. Also konnten wir uns ein bisschen Londrina anschauen und dort sah ich dann ein gemuetliches kleines Kino mit "Herr der Ringe" in Originalversion als Hauptprogramm und ich ueberredete die anderen, doch mit mir den Film des Jahres zu sehen. Und das Beste daran war, das Kino kostete umgerechnet 3DM fuer Studenten, inklusive Popcorn!!! Im naechsten Absatz schreibe ich auschliesslich ueber den Film, also, wen es nicht interessiert, der ueberspringe diesen bitte!!!... Wo war ich, ach ja, wir erreichten Curitiba um 23:00 Uhr in der Nacht und nach 2 Stunden umschauen wussten wir, SAEMTLICHE HOTELS der Stadt sind belegt, also beschlossen wir, dass wir Urlaub vom Urlaub brauchten, 3 Tage am Strand wuerden uns sicher gut tun und der naechste Bus zum naechsten Strand (in diesem Fall die Illha do Mel) faehrt auch schon in 3 Stunden. Also, 3 Stunden in der Busstation Meier spielen und dann ab nach Parangua, von Parangua nach Punta del Sol und von dort mit einer Faehre auf die Insel. Das Lonley Planet Handbook of South - America (eines der besten Buecher ueber Suedamerika fuer Rucksacktouristen) hatte uns diesen Tip gegeben. Leider hatte es uns nicht verraten, dass es das beliebteste Ferienziel aller reichen Brasilianer ist und dementsprechend teuer. Na ja, im Feilschen bin ich mittlerweile besser, so konnten wir 2 Tage am Strand in der Sonne faulenzen und uns braun braten lassen und das fuer ertraegliche Preise. Ach, das tat gut, Urlaub vom Urlaub, im Atlantik schwimmen, Maracujasaft schluerfen und alle Wunden lecken. Nun bin ich wieder in Paranagua und fahre ueber Nacht nach Sao Paulo, dann direkt weiter nach Rio, wo ich eine billige Adresse habe und mal wieder ein Grosstadt geniessen werde. Also,ich schreibe Euch wieder aus Rio! Viele Gruesse, TIM! |
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10.01.2002 Rio de Janeiro - Reiche - Arme - ICH |
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Bom Dia Daheimgebliebene! Ich bin nun in Rio, eine der wohl bekanntesten Staedte der Welt, Traum aller Karnevalsjecken, erstes Reiseziel fuer reiche Singles und Stadt der Erotik (wie mir der freundliche Herr im Reisebuero erklaerte und mir einen Katalog mit den besten Pornokinos in die Hand drueckte). Tja, ich muss wohl einen heruntergekommenen Eindruck gemacht haben...! Mein erster Eindruck von Rio (und auch von Sao Paulo) war wie immer: Wie kann man nur in so einer riesigen Stadt leben? Ich meine, ich kann mir ja vorstellen, in Berlin zu leben, aber Berlin ist ja auch klein im Gegensatz zu diesen Staedten. Ueberall wimmelt es von Menschen, die Aermeren liegen auf den Wegen herum, die Reicheren sehen weg und die Allerreichsten lassen die Armen von Ihren Bodyguards wegschaffen. In den aermeren Vierteln tuermen sich die Papphaeuser und Wellblech-Holzhuetten, dann kommen die Ziegelsteinhuetten, kaum so gross wie das Studentenzimmer von Markus K., danach die besseren, grafittibeschmierten Haeuser, vor denen sich der Muell stapelt (und in denen sich meistens die Hotels meiner Preisklasse befinden; (Preisklasse: Haben sie nicht etwas Billigeres!), dann kommt das Centro, dann die Oberemittelschicht, dann die Oberschicht, dann die Touristenklasse (Copacabana) und schliesslich die Luxusvillen, die ich leider in Rio nicht zu Gesicht bekommen kann, da die Polizei mich wohl fuer zu gefaehrlich haelt (tatsaechlich hatte ich keinen Zutritt und wurde gebeten, doch wieder in die Innenstadt zu fahren). In ¨einem Viertel¨ Catete gibt es kleine, schmutzige Bars mit brasilianischer Musik, viele Buffetrestaurants (das ist wohl der Renner in Brazil, man nimmt sich soviel man will und das wird dann gewogen und man bezahlt einen Betrag (per Gramm!) und auch ein paar Banken. Dort war ich dann auch gestern, nach Oeffnungsschluss, um meine Mastercard erneut zu testen, und es war das erste Mal, das ich meinen Brustbeutel benutzte. Wie ich dann also gerade meine Karte ziehen wollte, oeffnet sich die Banktuer und 3 Security-Maenner mit einem Geldsack kommen herein, blicken auf meine Hand im Kragen, ziehen ihre sehr grossen Pistolen, der mit dem Geldsack springt zur Seite, zielen auf mich und schreien irgendetwas. Ich war etwas geschockt, denn sie schienen sehr nervoes zu sein und sagte nur leise: Tranquilo,tranquilo (ruhig,ruhig)! um sehr, sehr vorsichtig meine Mastercard zu ziehen. Die Maenner entspannten sich, einer grinst und sagt auf englisch: Normally I'm not waiting! Dann verschwinden sie und lassen mich gruebelnd zurueck! Was er wohl mit "not waiting" meinte? So, das war das gefaehrlichste in Rio und S.Paulo bisher, heute war ich mal wieder im Meer, an der Copacabana, habe die Riesenstatue von Christus gesehen (aber nur aus der Ferne, da mir 20 Real zu teuer waren), den Zuckerberg (auch nur von unten) und ein paar Cathedralen und Geschaefte. Ach, ich habe mich diesmal von allen meinen Reisegefaehrten getrennt, um alleine weiterzuziehen, aber vor 10 Minuten habe ich Ruth wiedergetroffen, die eigentlich schon im Norden sein wollte, aber aehnliche Irrwege hinter sich hat und sie hat tatsaechlich Diego aus Ecuador getroffen und heute abend treffe ich Ihn nach einem Monat wieder und vielleicht reisen wir wieder zusammen weiter, nach Equador! Nun ja, wer mehr wissen will soll mir schreiben. Viele Gruesse vom TIM! |
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