Reisetagebuch - Seite 15

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24.03.2002 Gold im Titicacasee!!
Hola Allesamt.....
Ich bin ja nun lange in La Paz geblieben und wollte nun endlich mal raus aus der Stadt.
Wohin wusste ich nicht so genau, es gibt hier noch einiges Sehenswertes, was ich noch nicht gesehen habe. Aber dann viel mein Blick auf einen Prospekt ueber Peru und man sah auch den TITICACASEE.
Das liess mich in Traeumen an meine Kindheit versinken......
Ich weiss nicht mal genau ob es stimmt, aber irgendwie erinnere ich mich, das mein Vater mir einmal, als ich noch sehr klein war, etwas ueber den Titicacasee erzaehlte. Seitdem konnte ich diesen Namen nicht mehr aus meinem Kopf bekommen. Spaeter dann, war ich mit meiner Familie in Neustadt. Neustadt am Titisee. Damals dachte ich es waere der Titicacasee!
Wiederum spaeter bemerkte ich meinen Irrtum und wusste nun dass der See in Suedamerika liegt und obwohl ich bis nach Bolivien und sogar in den Norden Boliviens gekommen bin, habe ich doch nie daran gedacht den See, der nur 100km von La Paz entfernt liegt, zu besuchen. Ich hatte ihn einfach vergessen.
Nun stand ich also dort, vor dem Prospekt ueber den richtigen Titicacasee, doch auch er erklaerte mir nicht den Namen dieses mystischen Sees. Er erklaerte nur, das man dort gut Trucha - also Forelle - essen koennte und dass die Incas damals wahrscheinlich einen grossen Goldschatz im See versenkt haetten. Das Gold der Isla del Sol wurde naemlich nie gefunden.
Als Mariana mich dann noch fragte, ob ich nicht eigentlich den See sehen wollte, war es beschlossene Sache, ich kaufte mir ein Busticket fuer 2$ und fuhr an den See.
Er ist riesig und wunderschoen, liegt inmitten von baum- oder schneebedeckten Bergen, ein paar Fischerdoerfer liegen an seinem Rand und viele Segelboote befahren ihn.
An den Touristenzentren vorbei gelangten wir in den Dreh- und Angelpunkt des Verkehrs, das Dorf Tiquina. Hier kommen alle Autos, LKWs und Busse vorbei, die nach Peru oder in den Touristenort Copacabana wollen. Sie werden auf Holzfaehren geladen, die dann sehr tief im Wasser liegend den See mit ihren schweren Lasten ueberqueren.
Auch wir ueberquerten den See und assen als erstes Trucha (in Butter). Es war der beste Fisch, den ich bisher gegessen hatte und irgendwie erinnerte er mich an die schoenen Ferien mit meiner Mutter und meinen Geschwistern in der Bretagne.
Es roch hier genauso wie in den kleinen Haefen der Kuestendoerfer dort. Die Sonne schien und das Essen lag schwer im Magen,so beschlossen wir erst einmal eine Siesta zu machen. Wir lagen also auf einem Steg am Rand des Sees und liessen uns braeunen.
Da fiel mir wieder das Gold ein und der Abenteurer in mir wurde wach. Also wandere ich ein bisschen das Ufer ab und schaue immer wieder in den See und ueberpruefe jede Unebenheit und jeden merkwuerdigen Stein. Und nach einer guten Stunde Suchens,sehe ich es: GOLD!!!!
Ich habe ein Teil des fantastischen Inkaschatzes gefunden, dort, gut 2 Meter entfernt von mir glitzert im Schlamm des Sees ein riesiger Klumpen reinen,puren Goldes!
Es muss Gold sein, niemand hat es gefunden bisher, aber niemand hat auch hier hinter dieser Uferboeschung danach gesucht. Naja, die Spanier hatten halt anderes zu tun.
Also wage ich mich Schritt fuer Schritt in den ziemlich schlammigen See, stuerze nur zweimal hin und komme naeher und naeher zu meinem Goldschatz. Verdreckt und eh schon nass tauche ich einmal und muss nach dem ersten Tauchgang zugeben:
Ich bin ein miserabler Taucher und der Goldklumpen ist eher ein Goldkluempchen.
Der zweite Tauchgang beschert mir eine Hand voll Schlamm und Algen und das Goldkluempchen ist eher ein Goldmuenzchen. Lange Rede, kurzer Sinn, nach 5-7 Tauchgaengen (und einer ganzen Menge an Kindheitserinnerungen an die Schulschwimmzeit,wo ich die Duschen immer am meisten genossen habe) halte ich dann mein Goldstueck in der Hand. Nun ja, es ist nicht wirklich ein Goldstueck....!
Es ist ein ziemlich vergilbter Boliviano, ein Boliviano ist einen Siebtel Dollar wert und ich bin nass und dreckig.
Zumindest kann ich mir von diesem Boliviano einen chupete (Lutscher) kaufen, Kirschgeschmack, was mich sogleich wieder in meine Kindheit versetzt.
Gruss von eurem nicht reichen, aber gluecklichen Kind TIM!
Hier endet mein Bericht erst einmal. Für alle, die mehr wissen wollen: tim.riebe@gmx.de Home